Gartenarbeiten im September bedeuten für mich entspannte Vorfreude. Im Garten nicht frieren, nicht schwitzen und der Boden hält die Feuchtigkeit besser als im Hochsommer. Kurz: kein Stress, sondern Freude pur. Vorfreude gesellt sich hinzu, denn im September beginnt die Pflanzzeit für Stauden, Zweijährige Sommerblumen und Blumenzwiebeln. Sobald sich eine Lücke im Blumenbeet auftut, ist Platz für Neues. Wunderbar.

Warum sollten Sie viele Blumenzwiebeln noch nicht im September pflanzen?

Nur weil Aldi Blumenzwiebeln anbietet, heißt das noch lange nicht, dass Anfang September die richtige Pflanzzeit für sie ist. Discounter wollen nur möglichst rasch und vor den anderen ihre Waren verhökern und die Verbraucher sind die Dummen. Einerseits weil Discounter vergleichsweise nur wenig Auswahl an Blumenzwiebeln anbieten. Andererseits weil sie zur falschen Zeit kommen, nämlich viel zu früh. Wer im September Tulpen oder Narzissen setzt, riskiert, dass sie zur Unzeit treiben und dann, voll im Saft, beim ersten Frost sterben. Mehr dazu erkläre ich im Schwesterblog. Sie werden staunen.

Welche Blumenzwiebeln werden im September gepflanzt, welche sollten warten?

Beispielsweise wilde Zwerg-Gladiolen, Kaiserkronen und vor allem bestimmte Lilien. Letztere sind sehr empfindlich, trocknen rasch aus und müssen daher rasch in die Erde, sonst treiben sie später im Frühling nicht aus. Gleiches gilt auch für Zwerg-Irisse / Netz-Irisse und Iris hollandica.

Zwerg-Iris blüht schon im Vorfrühling

Die hübsche Zwerg-Iris blüht schon im Vorfrühling. Ihre Zwiebeln werden schon im September gepflanzt und dürfen nie austrocknen, sonst keimen sie nicht.

Die Herbstzeitlose blüht bereits im September und wird eigentlich schon im August gepflanzt. Sie sind spät dran? Egal: Legen Sie die dicke Zwiebel trocken in eine flache Schale und stellen Sie diese anschließend ans Fenster. Dort blüht die Herbstzeitlose wunderschön, ganz ohne Wasser und sonstiger Pflege. Sobald sie verblüht ist, pflanzen Sie ihre Blumenzwiebel in den Garten.

Achtung: Die Herbstzeitlose ist in allen Teilen giftig. Nur mit Handschuhen anfassen und nicht essen! Sagen Sie das bitte auch Ihren Kindern, sofern vorhanden.

Stauden jetzt teilen und ins Beet pflanzen oder bis zum Frühling warten?

Diese Frage taucht in den Sozialen Medien und Facebook-Gartengruppen immer wieder auf: Soll ich meine Hortensie, meine Rose, meine Staude … jetzt teilen, versetzen oder pflanzen oder lieber bis zum Frühling warten? Klare Antwort: Pflanzen Sie jetzt! Warum? Weil der Boden jetzt noch warm ist und Pflanzen jetzt noch Wurzeln schieben und den ganzen Herbst und Winter über Zeit haben, am neuen Standort anzuwachsen.

Im Frühling dauert es, je nachdem, ob Lehm- oder Sandboden, eine gewisse Zeit, bis der Boden sich auch in tieferen Schichten erwärmt. Gleichzeitig wird es schnell zu trocken und zu heiß, zumindest war es in den letzten 3-5 Jahren so. Das bedeutet: Sie müssen frisch gesetzte Pflanzen öfter und intensiver gießen. Sie brauchen mehr Zeit, sich am neuen Standort zu etablieren.

Zudem wachsen und blühen bereits ab Februar die ersten Frühblüher. Unter diesen Bedingungen gefahrlos Neues in die Beete zu pflanzen, ist ein Balanceakt. Sparen Sie sich das und pflanzen Sie, was zu pflanzen ist, lieber im Herbst. Vorfreude wächst da gleich mit.

Welche Gartenarbeiten im September liegen im Blumengarten an?

Erfahren Sie im Schwesterblog „Wo Blumenbilder wachsen“ welche weiteren Gartenarbeiten im September wichtig im Blumen- und Ziergarten sind: