Blumenbild Iris in Violett und Malve

Zweifarbige hohe Bartiris

Manche können es kaum erwarten, bis im Mai die Schwertlilien blühen. Gerade die hohen Sorten wirken im Garten elegant und dominieren leicht ein ganzes Beet. Das ist auch gut so, denn die Rosen brauchen noch ein bisschen Zeit. Zusammen mit frühen Pfingstrosen und den allerersten sehr frühen Taglilien erfüllen Schwertlilien ihre schmückende Aufgabe wirklich gut. Sie passen auch prima zu Orientalischem Mohn, sofern man all diesen Prachtstauden genügend Raum zum Entfalten der eigenen Persönlichkeit lässt. Merke: Eine Domina lässt sich nur ungern bedrängen. Also halten Sie ein bisschen Abstand zu anderen Pflanzen, es lohnt sich. Legen sie einer hohen Iris – wenn überhaupt – nur niedrige Pflanzen an die Seite.

Blumenbild zweifarbige Iris in Violett und Malve

Zweifarbige hohe Bartiris

Weil die Iris so atemberaubend schön sind, haben schon viele berühmte Maler sie zum Modell gekürt und ihnen damit einen festen Platz in der Kunst gegeben. Das Irisbeet von Claude Monet ist weltberühmt, Vincent van Googhs Irisbilder mindestens ebenso. Natürlich beschäftigte sich auch der geniale Blumenillustrator Redouté ausgiebig mit Iris und ihren zahlreichen Spielarten.

Blumenbild Sibirische Schwertlilie

Sibirische Schwertlilie

Außer der eher zierlich gebauten blauen Wieseniris wachsen bei uns in freier Natur auch kräftige, sehr hohe gelbe Schwertlilien. Sie fühlen sich im Uferbereich von Teichen und Bächen sichtlich wohl und sind bereits von weitem zu entdecken, so hochgeschossen wie sie an diesen Stellen oft sind. Sie müssen nur beim Spazierengehen entlang von Bächen und Seen Ende Mai/Anfang Juni die Augen ein wenig offen halten und nach leuchtend gelben Blüten Ausschau halten.

Gelbe hohe Schwertlilie in natürlicher Umgebung

Gelbe hohe Schwertlilie in natürlicher Umgebung

Für jeden Standort gibt es eine passende Iris-Sorte.

Das Beste für gärtnernde Irisfreunde ist ihre Vielseitigkeit, denn es gibt buchstäblich für jeden Standort mindestens eine geeignete Sorte. So lieben Bartiris (Iris barbata) einen trockenen, sogar sandigen Boden. Die Sibirische Iris hätte es dagegen gerne etwas feuchter. Wer sie in freier Wildbahn und in Massen erleben will, fährt nach Eriskirchen an den Bodensee. Dort beherrschen sie im Mai ein ufernahes Feuchtgebiet wohin das Auge schaut. Das selbst einmal zu sehen ist für jeden Naturfreund ein unvergessliches Erlebnis.

Blaue Iris Hollandica

Blaue Iris Hollandica, Zwiebeliris

Die Holland-Iris (Iris Hollandica) macht es dem Anfänger noch einfacher: Sie hat keine Rhizome, sondern ist ein Zwiebelgewächs und gedeiht praktisch in jedem normalen Gartenboden, auch in Töpfen und Kübeln. Und weil sie ansonsten im Garten kaum Platz für sich in Anspruch nehmen, sind sie perfekte Lückenfüller für die etwas blütenärmere Zeit zwischen den letzten Tulpen und dem üppigen Sommerflor der Rosen.

Blumenbild Tuff mit blauen Zwergirissen im Garten

Frühling lässt sein blaues Band

Gleiches gilt auch für die winzige Netzblatt-Iris (Iris reticula), die bereits ab Anfang März den Vorfrühling ankündigen. Es lohnt sich, diese entzückenden Winzlinge in großzügigen Tuffs zu setzen. Sie vermehren sich mit den Jahren von ganz alleine, sofern man sie in Ruhe lässt.

Iris richtig pflegen, leicht gemacht.

Die meisten Iris / Schwertlilien sind sehr pflegeleichte Stauden, sofern man ihnen genau den Standort bietet, den sie nun mal brauchen. Auskunft darüber erteilt zumeist das Etikett beim Kauf, achten Sie darauf! Volle Sonne hätten sie gerne alle. Dazu eine Düngergabe im Frühling und ggf. eine zweite nach der Blüte bis Mitte Juni sorgt für kräftiges gesundes Wachstum. Schneiden Sie das Verblühte alsbald ab. Das sieht nicht nur besser auch, sondern verhindert auch das Ansetzen von Samenkapseln, die der Pflanze letztendlich nur Kraft kosten.

Bei der kleinen Netzblatt-Iris entwickeln sich nach der Blüte sehr lange, dünne Blätter, die allerdings im Beet nicht weiter stören. Lassen Sie sie einfach wachsen, bis sie von alleine im Laufe des Sommers welken.

Bart-Iris brauchen durchlässigen Boden ohne Staunässe. Sie haben Rhizome, die gut ein Drittel oben aus der Erde heraus schauen und ein bisschen empfindlich sind. Sie sollten regelmäßig von Gras und Unkraut befreit werden, ohne dabei verletzt zu werden.

Möchten Sie Bart-Iris versetzen oder teilen, so gelingt dies am besten direkt nach der Blüte im Sommer. Schneiden Sie dazu zunächst das Laub sehr stark auf etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter zurück und trennen Sie anschließend die einzelnen Rhizome von einander. Blattlose Mittelstücke entfernen Sie komplett bei dieser Gelegenheit. Setzen Sie anschließend die vitalen Rhizome der Seite sehr flach in neue Erde. Sie wachsen meist rasch und zuverlässig an. Achtung: Passen Sie auf, dass Sie beim in den kommenden Wochen beim Hacken rings um die Iris etwas auf, um nicht an den frisch gepflanzten Rhizomen hängen zu bleiben!

Blumenbild Wiesen-Iris. Iris Sibirica

Iris Sibirica

Die Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica) braucht auch einen sonnigen Standort und einen Boden, der auch im Hochsommer nicht völlig austrocknet. Dann entwickelt sie mit der Zeit sehr schöne Horste mit bis zu 80 -90 cm hohen Blütenstielen. Die Wiesen-Schwertlilie braucht ein, zwei Jahre, um sich an einem neuen Standort einzugewöhnen aber danach ist sie sehr robust und passt toll in einen naturnah gestalteten Garten.