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Das kann jedem Mal passieren: Nicht aufgepasst und die Zimmerpflanze wird gegossen, obwohl sie es noch gar nicht notwendig hat. Oder ein Gast meint es gut, will Ihnen zur Hand gehen, gießt Ihre Topfpflanzen und missversteht die Anzeige des Gießanzeigers komplett falsch. Egal was zu übergossenen Zimmerpflanzen geführt hat, handeln Sie sofort, sonst ertrinkt die Zimmerpflanze und ist unrettbar verloren.

Vorsicht: In engen Übertöpfen entsteht schnell Staunässe.

Enge Übertöpfe sind besonders tückisch. In ihnen verteilt sich überschüssiges Gießwasser nicht auf eine breite Fläche. Stattdessen steigt der Wasserstand sehr rasch an und ertränkt die Pflanze. Das Fatale daran: Die Pflanze macht schlapp, Sie werden in die Irre geführt und gießen jetzt erst recht. Bis Ihnen irgendwann modriger Geruch in die Nase steigt, ist es oft schon zu spät. Staunässe ist der schlimmste Feind für jede Pflanze, egal ob sie drinnen oder draußen wächst.

So retten Sie übergossene Zimmerpflanzen

  • Prüfen Sie zunächst den Zustand der Wurzeln. Ist ein Großteil der Wurzeln bereits faul und matschig, ist die Zimmerpflanze wohl nicht mehr zu retten.
  • Falls nur wenige Wurzeln braun und angefault sind, schneiden Sie diese großzügig heraus und topfen die Pflanzen anschließend in frisches Substrat.
  • Gesunde Wurzeln sind zumeist weiß oder hellbeige.
  • In leichten Fällen genügt oft auch diese Sofortmaßname: Nehmen Sie die Zimmerpflanze aus ihrem Topf und lassen Sie den Wurzelballen offen an einem warmen Platz gut abtropfen und abtrocknen.
  • Wenn möglich, drücken Sie den Wurzelballen robuster Pflanzen ganz sanft aus, aber übertreiben es nicht. Es ist schließlich eine lebendige Pflanze, die ohnehin schon gestresst ist.
  • Setzen Sie nach einer Weile die Zimmerpflanze zurück in den Topf und füllen Sie rundherum mit Tongranulat/Seramis oder frischer Blumentopferde auf.
  • Entleeren und säubern Sie den Übertopf und füllen Sie anschließend eine Schicht Seramis oder Blähton ein. Zwei Zentimeter hoch sollte die Drainageschicht mindestens sein. Sie sorgt dafür, dass Zimmerpflanzen nicht direkt im Gießwasser stehen und ertrinken. Zugleich erhöht die Drainageschicht die Luftfeuchtigkeit und verbessert so das Kleinklima auf Fensterbank und Blumenbank.

Wie Sie das Übergießen Ihrer Zimmerpflanzen vermeiden

Übergossene Zimmerpflanzen müssen nicht sein. Viele Zimmergärtner vertrauen schon aus diesem Grund dem Seramis-System mit Gießanzeigern. Ich muss gestehen, dass auch ich schon seit vielen Jahren sehr gerne Seramis verwende, entweder pur oder gemischt mit Blumenerde. Doch aufgepasst: Auch Gießanzeiger gehen mit der Zeit kaputt. Deswegen überprüfen Sie gelegentlich den eigentlichen Feuchtigkeitsfühler. Er befindet sich ganz unten am Gießanzeiger, ist dunkelgrün und sollte lückenlos vorhanden sein. Kleine schadhafte Stellen sind kein Problem. Sobald jedoch der lückenlose Kontakt zwischen Messstelle unten und dem Sichtfenster oben unterbrochen ist, brauchen Sie einen neuen Gießanzeiger.

Prüfen Sie das Gewicht

Dieser Tipp funktioniert natürlich nur bei kleineren Pflanzen im Übertopf. Heben Sie den Topf kurz an und Sie schon daran können Sie merken, ob die Erde noch gut nass oder schon (zu) trocken ist.

Machen Sie die Fingerprobe

Wenn Ihre Zimmerpflanzen in Blumenerde wachsen, machen Sie vor dem Gießen die Fingerprobe. Dazu drücken Sie Daumen oder Zeigefinger ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde. Sie sollte sich weder sumpfig anfühlen (zu nass), noch staubtrocken. Blumenerde sollte sich angenehm feucht anfühlen und zwischen zwei Gießgängen darf die oberste Erdschicht auch gerne antrocknen.

Passende Töpfe und Übertöpfe erleichtern die richtige Pflege Ihrer Topfpflanzen

Zimmerpflanze Henne und Küken

Topfpflanze Henne und Küken ist ziemlich schnell sehr durstig. Dagegen hilft Umtopfen und/oder Teilen der Pflanze.

Topfpflanzen in zu kleinen Blumentöpfen brauchen, je nach Art, mehr Aufmerksamkeit und müssen öfter gegossen werden. Wenn aber eine Zimmerpflanze keine zwei, drei Tage ohne Gießen auskommt, braucht sie erst einmal einen größeren Topf und frisches Substrat, das Wasser länger speichern kann. Mein Tipp: Seramis oder ein Gemisch aus Tongranulat und Blumenerde im beliebigen Verhältnis. Einen größeren Topf könnten Sie sich sparen, wenn Sie die Pflanze – falls möglich – einfach teilen. Ihre Freundin freut sich bestimmt über einen Ableger. Henne und Küken ist ein gutes Beispiel für eine Zimmerpflanze, die sich sehr gut Teilen und dadurch vermehren lässt – und das nicht nur über Kindel.

Verwenden Sie vor dem Gießen einen Feuchtigkeitsmesser

Wenn Sie sich unsicher sind, verwenden Sie Feuchtigkeitsmesser für Pflanzen. Es gibt sie bereits für kleines Geld und zeigen in Sekunden die Bodenfeuchtigkeit an. Der Nachteil dieser Geräte ist, dass die Messsonde mit der Zeit korrodiert und daher hin und wieder mit Schleifpapier behandelt werden muss.


Wenn Sie viele Zimmerpflanzen haben, ist das Messen sicher auch mit einem gewissen Aufwand verbunden – doch für Ungeübte lohnt sich die kleine Liebesmühe wirklich. Schließlich lieben Sie Ihre Zimmerpflanzen und wollen nur das Beste für sie. Daher noch dieser Tipp:

 

Lernen Sie die Sprache der Zimmerpflanzen.

  • Jede Pflanze zeigt, wie es ihr geht. Schlapp herunter hängende Blätter bedeuten entweder, die Pflanze hat Durst oder ist bereits übernässt. Prüfen Sie die Feuchtigkeit des Bodens, wie oben beschrieben.
  • Die meisten Zimmerpflanzen sterben übrigens durch Übergießen. Kurze Durstperioden überstehen die meisten Zimmerpflanzen wesentlich besser!
  • Gelbe Blätter deuten auf einen allgemeinen Nahrungsmangel hin – düngen Sie!
  • Mastige, gekrümmte oder unnatürlich lang gewachsene Triebe weisen dagegen auf zu viel Dünger. Düngen Sie mit handelsüblichen flüssigen Blumendünger ODER Stäbchen nach Packungsvorschrift, aber düngen Sie NICHT während der Ruhezeit der Zimmerpflanzen.
  • Gelbe Blätter mit dunkelgrünen Blattrippen zeigen Chlorose an. Der Pflanze leidet unter Eisenmangel. Dagegen hilft einmaliges Gießen mit einem .

Fazit: Zimmerpflanzen über Monate und Jahre vital zu halten und nicht zu übergießen, ist nicht sehr schwer. Beobachten Sie Ihre Pflanzen und Sie werden sehr schnell lernen, ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten richtig zu deuten. Dazu brauchen Sie keinen grünen Daumen, sondern nur Erfahrung. Mein Extra-Tipp: Beschaffen Sie sich (mindestens) ein gutes Buch über Zimmerpflanzen und lesen Sie vorab, wie Ihre Topfpflanze gepflegt werden will und wo sie gerne steht. So vermeiden Sie Pflegefehler von Anfang an.