Gute Fototipps sind das Eine, Gelegenheit, erprobtes Fotowissen in der Praxis umzusetzen, das Andere. Selbst eine erfahrene Blumenfotografin kommt bisweilen an ihre Grenzen und steht mitten in der Pampa vor einer Herausforderung: Ein tolles Blumenmotiv am Straßenrand, doch leider steht gerade die Sonne im Zenit. Schlechtes Timing. Hinzu fehlt das entsprechende Equipment, der Diffusor. Dumm gelaufen, oder wie gelingt doch noch dieses traumhaft schöne Blumenbild?  

Sanftes Licht ist bei der Blumenfotografie das A und O.  Bei strahlendem Sonnenschein reflektieren manche Blüten so stark, dass die Kamera lauter weiße Reflexe aufnimmt, anstatt leuchtende Farben. Zu viel Licht frisst Farbe einfach auf. Erschwerend kommen tiefe Schatten hinzu. Am Ende haben das Blumenfoto und das, was das Auge in einem Kornfeld mit blühendem Mohn und Kornblumen sieht, nichts mehr miteinander gemein.

1. Vermeiden Sie tiefe Schatten.

Wer meinen Fotokurs gelesen hat, weiß, dass ich zum Schutz gegen zu viel Sonne gerne einen Diffusor zwischen Sonne und Blüten halte. Wenn ich auf Fotosafari im eigenen Garten bin, gehört deswegen ein einfacher weißer Regenschirm zu meiner Foto-Ausrüstung. Zumindest wenn ich spät dran bin und die Sonne schon hoch am Himmel steht. Wenn mir allerdings, so wie bei “Stelldichein mit Mohn & Kornblumen“, unterwegs sehenswerte Motive begegnen, kann es passieren, dass ich schirmlos dastehe und darüber ärgere ich mich selbst am meisten. Was tun?

Manche behelfen sich gegen zu viel Sonne indem sie das Motiv mit Ihrem Körper selbst beschatten. Die Sache hat nur leider einen Haken: Hässliche tiefschwarze Ränder an der Grenze zwischen Licht und Schatten. Zudem reicht die Größe des künstlichen Schattens nicht immer aus, ohne an dessen Grenzen zu stoßen. Seinen eigenen Schatten über eine Blüte zu legen, sieht leider selten gut aus.

Es bleibt also schwierig: Bei einem strahlend blauen Himmel und in der prallen Mittagssonne werden Sie dieses fotografische Problem auch nicht lösen. Es sei denn, Sie packen eine Picknickdecke aus, halten ein Mittags-Schläfchen und hoffen darauf, dass später die Sonne gnädiger mit Ihnen und Ihrem Wunschmotiv ist.

2. Nutzen Sie Wolken als Diffusor

Sie haben nur eine Chance und das sind Wolken: Sobald wenigstens eine Wolke in der richtigen Position und zur richtigen Zeit am Himmel ist, gelingt Ihnen doch noch ihr “Traumfoto” vom leuchtend roten Klatschmohn neben königsblauen Kornblumen. Halten Sie sich und Ihre Kamera bereit, gehen Sie in die Hocke, “fliegen” Sie die Blüten aus der Perspektive einer Hummel an und drücken Sie den Auslöser, sobald sich die Wolke vor die Sonne schiebt.

3. Seien Sie geduldig und verwenden Sie ein Stativ

Wer noch etwas mehr Zeit und noch dazu ein Stativ mitbringt, ist klar im Vorteil. Ein kurzer Augenblick Windstille trägt das Seine dazu bei.

Landschaftsfoto: Ein Kornfeld mit Mohn, Kornblumen und Kamille bei Altdorf in Franken

Stelldichein mit Mohn und Kornblumen

Jetzt hat sich eine Kundin aus Ortenberger in “Stelldichein mit Mohn & Kornblumen” verliebt und nimmt es zu sich, ohne sich groß Gedanken über Licht und Schatten, Wind und Wolken zu machen. Sie genießt einfach die sommerliche Stimmung ihres farbenfrohen neuen Leinwandbildes. Recht hat sie.