Blumenfotografie ist einfach: Kamera zücken, Blume anvisieren, klicken, fertig. Bei 12, 20 oder gar 36 Megapixeln, die selbst Handykameras heutzutage bieten, sollte dem anschließenden Vergrößern und Ausbelichten Ihres Blumenfotos eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Wenn die leicht verpönte “Blümchenfotografie” tatsächlich so einfach wäre, wären Gartenforen voll mit exzellenten Blumenbildern. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus und so mancher Hobbyfotograf fragt sich zurecht, woran das wohl liegt. Ist seine Kamera schuld an dem Desaster oder liegt der Fehler doch ganz woanders? Der 3. Fotokurs Blumenfotografie beschäftigt sich mit den Motiven: Blumen. Wo sie wachsen, wann sie am schönsten sind und wann die beste Zeit ist, sie zu fotografieren.

Fotokurs Blumenfotografie: Wie, wo und wann entstehen die besten Blumenbilder?

Bereits im Frühling habe ich mich ausführlich mit dem Thema Blumenfotografie beschäftigt.

Nun folgt der 3. Teil, der sich mit den Feinheiten beschäftigt und mit dem Wichtigsten überhaupt, den Blumen:

  • Fotokurs Blumenfotografie Teil 3: Über die Qualität der Blumen und Motive. Fünf Geheimnisse.

Wo wachsen die schönsten Blumen für Blumenfotografie?

Blumen sind empfindliche Wesen. Eben noch frisch aufgeblüht, sind sie eine Stunde später längst nicht mehr so straff und schön. Wenn es im Sommer schon ab 10 Uhr morgens richtig heiß wird, wenn des lange geregnet hat oder wenn der Wind alles im Garten durcheinander wirbelt, leidet auch die Schönheit der Blüten. Oft sind es nur Details, die aus der Ferne gar nicht weiter stören: kleine braune Flecken, eingerissene Blütenblattränder, unschöne Flecken. Es sind wirklich nur winzige Details, doch im Großformat am Monitor und erst recht auf einem Kunstdruck, werden aus unschönen Flecken richtig große Platscher, die niemandem gefallen. Um langwieriges Retuschieren zu vermeiden, sollten Sie vorbeugen:

Wann erblühen Blumen für Blumenfotografie?

Gehen Sie so früh wie möglich auf Ihre florale Fotopirsch. Die ersten Blumen erwachen mit den ersten Sonnenstrahlen und dies geschieht im Sommer bereits zu sehr früher Stunde. Halten Sie deswegen Kamera und Stativ noch vor dem Frühstück bereit. Sieben bis halb acht Uhr morgens ist im Juli eine gute Zeit. Taglilien haben ihre Blütenblätter bereits komplett entfaltet und ihr Pollen liegt weitgehend noch brav auf den Staubgefäßen (und stören noch nicht auf den Blütenblättern).

An sehr heißen Tagen ist es ratsam, vor der Fotosession spät abends oder ganz früh am Morgen die Blumen zu gießen. Dabei sollten allerdings die Blütenblätter und das Blattwerk nicht nass werden. Einerseits mögen die Pflanzen das nicht, andererseits entstehen so gerne mal unschöne Wasserflecken. Insbesondere dann, wenn Sie mit Leitungswasser gießen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Blumen zu fotografieren?

Taglilien blühen nur einen einzigen Tag. Ganz anders beispielsweise Rosen. Von der Knospe bis zu voll erblühten Rose können schon einige Tage vergehen. Je heißer es ist, desto schneller verblühen sie auch. Und je kälter es ist, desto länger dauert es, bis aus der Knospe eine offene voll erblühte Rose entsteht. Seien Sie also wachsam, beobachten Sie Ihre Lieblingsblume und wenn dann der Morgen gekommen ist, an dem sie ihre Schönheit formvollendet zeigt, dann sollten auch Sie mit Ihrer Kamera zur Stelle sein.

Was hilft gegen zu viel Sonne und lästige Reflexe.

Selbst am frühen Morgen verursacht ein Zuviel an Sonnenlicht schnell unschöne Reflexe und weiß überstrahlte Blütenblätter. Beschatten Sie deshalb Ihr Fotomotiv mit einem weißen Regenschirm. Wie eine große Softbox oder ein Diffusor aus dem Fotostudio, verhindert der weiße Regenschirm tiefe Schatten und überstrahlte Stellen. Statt dessen erscheint ihre Blüte im homogenen Licht. Das ist äußerst wichtig, wenn Sie “ausgefressene” Bereiche auf der Blumenfotografie vermeiden möchten – und das möchten Sie!

Was tun gegen langweilige Blumenbilder?

Sorgen Sie für Abwechslung vor der Linse! Jetzt ist klar, wie eng Gärtnern und Blumenfotografie beieinander liegen. Will sagen: Nur wer dafür sorgt, dass im Garten alles prächtig gedeiht, findet auch immer wieder neue Blumenmotive. Im Grunde genommen müsste ein professioneller Blumenfotograf mehrere Gewächshäuser betreiben sowie Gärtner und Floristen beschäftigen. Manche Profis tun das auch und sie lassen sich diesen Aufwand auch gut bezahlen. Die meisten Blumenfotografen werden so viel Aufwand jedoch kaum leisten können und wollen. Statt dessen behelfen Sie sich mit häufigen Besuchen bei befreundeten Hobby-Gärtner oder Botanischen Gärten.

Tipp: Pflanzen Sie jedes Jahr ein paar neue Blumen. In gut sortierten (Stauden-) Gärtnereien, Baum- und Rosenschulen finden Sie dazu Anregungen in Hülle und Fülle. In meinem Gartenblog Wo Blumenbilder wachsen liefert dazu reichlich Gartenwissen, Gartentipps und Wissenswertes über meine Lieblingspflanzen.

Fotokurs Blumenfotografie: Wie, wo und wann entstehen die besten Blumenbilder?

Papaver lateritium ‘Flore Pleno’ (Semiplenum) Armenischer Mohn, eine Seltenheit im Blumengarten.