Alle klagen im Winter über trockene Raumluft. Alle? Nein! Menschen, die viele Zimmerpflanzen in ihren Räumen pflegen, kennen keine trockene Raumluft – aus guten Gründen. Pflanzen geben nämlich bis zu 97 Prozent des Gießwassers wieder an die Raumluft ab. Bevor sie das tun, filtern Zimmerpflanzen das Wasser, entziehen ihm Nährstoffe und sogar etwaig vorhandene Schadstoffe. Gleiches geschieht auch mit der Raumluft. Kurz: Jede Zimmerpflanze verbessert das Raumklima. Je höher allerdings der Wasserbedarf einer Zimmerpflanze ist, desto höher steigt mit ihr auch die Luftfeuchtigkeit und desto gesünder wird auch das Raumklima. Allergene und Staubpartikel wirbeln nicht wie bisher im Raum frei umher, sondern sinken zu Boden. Was liegt also näher, sich eine Grünpflanze ins Zimmer zu holen, die nicht nur schön und pflegeleicht ist, sondern auch viel für unsere Gesundheit und Wohlbefinden leistet: Zyperngras.

Seine Verswandschaft zum Papyrus ist nicht zu übersehen.

Zyperngras sorgt für hohe Luftfeuchtigkeit und filtert Raumluft.

Zyperngras funktioniert besser als jeder maschinelle Luftbefeuchter.

Zyperngras (Cyperus alternifolius) wird 50 bis 100 cm hoch und ist eine ausgesprochen robuste Zimmerpflanze. Den Sommer über steht sie auch gerne im flachen Wasser am Teichrand. Im Winter hält Zyperngras draußen und eingepflanzt am Teich sogar bis zu minus 15 Grad aus. Aber wir brauchen sie ja als grünen, kostenlosen Raumbefeuchter und setzen das getopfte Zyperngras daher im Spätherbst in einen großen hohen wasserdichten Übertopf. Der Standort sollte hell sein, Sonne schadet nicht, aber Zyperngras kommt im Winter auch mit weniger Licht gut zurecht. Halten Sie die Erde stets feucht bis nass. Ein Drittel des Wurzelballens darf dabei gut und gerne im Wasser stehen. Im Sommer am Teich darf der Wasserstand auch höher sein. In seiner natürlichen Umgebung an Bächen, Seen und Flussläufen, hält Zyperngras ja auch Überflutungen spielend einfach aus, nur lange Trockenperioden überlebt es nicht.

Diese Zimmerpflanze braucht viel Wasser – und das ist auch gut so!

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie an warmen Tagen bzw. in gut geheizten Räumen nahezu täglich Wasser nachfüllen müssen. Verwenden Sie am besten abgestandenes, zimmerwarmes Regenwasser. Leitungswasser geht natürlich auch, aber bitte kein kaltes direkt aus der Leitung. Das gilt ohnehin für alle Zimmerpflanzen! Düngen Sie im Winter nur sparsam etwa alle 6-8 Wochen. Frisch getopftes Zyperngras braucht dagegen 3 Monate lang keinen zusätzlichen Dünger.

Zyperngras-Blüten auf dem Schirmwedel

Zyperngras-Blüten auf dem Schirmwedel, unspektakulär aber dennoch recht hübsch.

Zwerg-Zyperngras ist eine kleinwüchsige Mutation für  die schmalere Blumenbank.

Sie haben keinen Platz für meterhohes Zyperngras? Kaufen Sie sich die Sorte Cyperus alternifolius ‚Gracilis‘, das Zwerg-Zyperngras wird nur halb so groß wie seine große Schwester. Zudem sind seine Schirmwedel zarter gebaut und brauchen daher deutlich weniger Platz auf der Blumenbank. Zwerg-Zyperngras steht den Sommer über gerne am flachen Teichrand, wächst aber auch vortrefflich in einem Viertels-Weinfass (Mini-Teich) mit nur 30 cm hohem Wasserstand.

 

 

So teilen Sie Zyperngras und schenken mit Ablegern Freude.

Wo es ihm gefällt, wächst Zyperngras schnell und kräftig. Mindestens einmal im Jahr braucht die Pflanze daher einen neuen, stabilen, möglichst hohen Blumentopf. Hinzu kommt normale Blumenerde/Einheitserde und los geht’s. Sobald die kräftigen Wurzeln unten aus den Wasserabzugslöchern herauswachsen, wird es Zeit zum Umtopfen. Feingefühl ist dafür nicht notwendig – und zumeist leider auch nicht möglich. Also ran an die Gartenschere. Befreien Sie den Wurzelballen aus dem zu eng gewordenem Blumentopf, kürzen Sie die Wurzeln und teilen Sie den Wurzelballen bei der Gelegenheit. Das geht am besten mit einem scharfen Sägemesser. Hört sich brutal an, macht der Pflanze aber nichts aus. Ganz im Gegenteil. Geteilt und in frische Erde gesetzt, fasst sie enorm schnell wieder Fuß und schiebt rasch neue Halme. Beste Umtopfzeit wäre eigentlich März/April, aber daran hält sich die Pflanze leider nicht unbedingt.

Apropos: Natürlich bekommt Zyperngras auch mal braune Schirmwedel, insbesondere im Herbst. Schneiden Sie diese Halme einfach bodentief ab und freuen Sie sich auf neue, frischgrüne, dicke Triebe. Sie erscheinen innerhalb kürzester Zeit.

Das Schirmgras bildet mit der Zeit dichte Horste. Seine Verwandtschaft zum Papyrus ist nicht zu übersehen.

Wieso Zyperngras viele der Generation 50+ an ihre erste eigene Bude erinnert.

Das große Zyperngras war in den 1970-Jahren DIE Studentenpflanze schlechthin. Sie wuchs praktisch überall, wurde fleißig unter Freundinnen geteilt und zog so von Studentenbude zu Studentenbude. Wieso das Zyperngras danach jahrelang danach in der Versenkung verschwand, weiß ich leider nicht. Aber umso schöner, wenn sie jetzt im Zuge von Urban Jungle, Mini-Wassergärten und gesundes Raumklima neu entdeckt und unter Pflanzenliebhabern so beliebt ist, wie seit Jahren nicht.


Warum Zyperngras besser als jeder maschinelle Luftbefeuchter ist.

  • Im Gegensatz zu Luftbefeuchter-Apparaten ist Zyperngras sehr preiswert. Mit etwas Glück bekommen Sie einen Ableger sogar geschenkt.
  • Es befeuchtet die Raumluft und filtert gleichzeitig Staub, Allergene und Schadstoffe aus der Raumluft.
  • Die Pflanze funktioniert völlig geräuschlos. Sie können Zyperngras bedenkenlos ins Schlafzimmer, Baby- oder Kinderzimmer stellen.
  • Sie braucht weder Filterwechsel, noch verkeimt ihr Gießwasser. Vergleichen Sie das mal mit dem Wasser eines Zimmerbrunnens.
  • Die Grünpflanze ist völlig ungiftig für Mensch und Tier.

Fazit: Zyperngras ist eine robuste Zimmerpflanze, die wirklich jeder Pflanzen-Anfänger problemlos in seinen eigenen vier Wänden pflegen kann. Alles, was sie braucht, ist reichlich Wasser. Das kriegen Sie hin!

Zyperngras: ein junger Schirmwedel

Die einzelnen, filigranen Schirmwedel stehen auf stabilen Halmen.