Nichts leichter als das: Kamera zücken, Blümchen anvisieren, klicken, fertig. Bei 8, 10 oder gar 12 Megapixeln, die selbst Handykameras heutzutage bieten, sollte dem anschließenden Vergrößern und Ausbelichten Ihres Bildes eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Wenn die leicht verpönte „Blümchenfotografie“ tatsächlich so einfach wäre, wären Gartenforen und Online-Fotoalben voll mit exzellenten Blumenbildern und ich könnte meine Blumenbilder-Galerie glatt schließen. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders anders aus und so mancher Hobbyfotograf fragt sich zurecht, woran das wohl liegt. Ist seine Kamera schuld an dem Desaster oder liegen die Fehler doch ganz woanders?

Bereits im Frühling habe ich mich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt.

Nun folgt der 3. Teil, der sich mit den Feinheiten beschäftigt und mit dem Wichtigsten überhaupt:

  • Die Qualität der floralen Motive.

 

Blumen wachsen überall. Die schönsten jedoch oft nur im eigenen Garten.

Blumen sind empfindliche Wesen. Eben noch frisch aufgeblüht, sind sie eine Stunde später längst nicht mehr so straff und schön. Wenn es im Sommer schon ab 10 Uhr morgens richtig heiß wird, wenn des lange geregnet hat oder wenn der Wind alles im Garten durcheinander wirbelt, leidet auch die Schönheit der Blüten. Oft sind es nur Details, die aus der Ferne gar nicht weiter stören: kleine braune Flecken, eingerissene Blütenblattränder, unschöne Flecken. Es sind wirklich nur winzige Details, doch im Großformat am Monitor und erst recht auf einem Kunstdruck, werden aus unschönen Flecken richtig große Platscher, die niemandem gefallen. Um langwieriges Retuschieren zu vermeiden, sollten Sie vorbeugen:

Früh morgens erblühen die meisten Blumen.

Gehen Sie so früh wie möglich auf Ihre florale Fotopirsch. Die ersten Blumen erwachen mit den ersten Sonnenstrahlen und dies geschieht im Sommer bereits zu sehr früher Stunde. Halten Sie deswegen Kamera und Stativ noch vor dem Frühstück bereit. Sieben bis halb acht Uhr morgens ist im Juli eine gute Zeit. Taglilien haben ihre Blütenblätter bereits komplett entfaltet und ihr Pollen liegt weitgehend noch brav auf den Staubgefäßen (und stören noch nicht auf auf den Blütenblättern).

An sehr heißen Tagen ist es ratsam, vor der Fotosession spät abends oder ganz früh am Morgen die Blumen zu gießen. Dabei sollten allerdings die Blütenblätter und das Blattwerk nicht nass werden. Einerseits mögen die Pflanzen das nicht, andererseits entstehen so gerne mal unschöne Wasserflecken. Insbesondere dann, wenn Sie mit Leitungswasser gießen.


Passen Sie den richtigen Blüh-Zeitpunkt ab

Taglilien blühen nur einen einzigen Tag. Ganz anders beispielsweise Rosen. Von der Knospe bis zu voll erblühten Rose können schon einige Tage vergehen. Je heißer es ist, desto schneller verblühen sie auch. Und je kälter es ist, desto länger dauert es, bis aus der Knospe eine offene voll erblühte Rose entsteht. Seien Sie also wachsam, beobachten Sie Ihre Lieblingsblume und wenn dann der Morgen gekommen ist, an dem sie ihre Schönheit formvollendet zeigt, dann sollten auch Sie mit Ihrer Kamera zurstelle sein.

Gegen zu viel Sonnenlicht hilft ein weißer Regenschirm Sonnenschirm.

Selbst am frühen Morgen verursacht ein Zuviel an Sonnenlicht schnell unschöne Reflexe und weiß überstrahlte Blütenblätter. Beschatten Sie deshalb Ihr Fotomotiv mit einem weißen Regenschirm. Wie eine große Softbox aus dem Fotostudio, verhindert der weiße Regenschirm tiefe Schatten und überstrahlte Stellen. Statt dessen erscheint ihre Blüte im homogenen Licht.

 

Sorgen Sie für mehr Abwechslung vor der Linse.

An dieser Stelle wird klar, wie eng Gärtnern und Blumenfotografie beieinander liegen. Will sagen: Nur wer dafür sorgt, dass im Garten alles prächtig gedeiht, findet auch immer wieder neue Blumenmotive. Im Grunde genommen sollte muss ein professioneller Blumenfotograf mehrere Gewächshäuser betreiben sowie Gärtner und Floristen beschäftigen. Die meisten werden so viel Aufwand kaum leisten können und wollen. Behelfen Sie sich mit häufigen Besuchen bei befreundeten Hobby-Gärtner oder Botanischen Gärten.

Davon unbenommen: Pflanzen Sie – wenn irgend möglich – jedes Jahr ein paar neue Pflanzen im eigenen Garten an. In guten (Stauden-) Gärtnereien, Baum- und Rosenschulen finden Sie dazu Anregungen in Hülle und Fülle.

Mandelblüte