Ab Ende September warten Naturfotografen auf dieses besondere Spektakel: die Blätter werden bunt. Gärten, Wälder und ganze Landschaften funkeln plötzlich in goldenen, orangen und roten Tönen. In manchen Jahren fällt dieses Naturschauspiel besonders schön aus. Nämlich dann, wenn nach einer sehr kalten Nacht die Natur tatsächlich das Signal “Winter” erhalten hat. Und danach geht alles ratzfatz.

Goldener Kirschbaum

Goldener Kirschbaum, frühmorgens bei Sonnenaufgang

In vielen Jahre ist der Herbst eher grün als golden.

Das Drama dabei: Eigentlich müssten Naturfotografen jetzt überall gleichzeitig sein. Bestenfalls haben sie sich Pläne zusammengestellt mit Orten, die sie dann unbedingt besuchen und fotografieren möchten. Die bittere Wahrheit ist jedoch: Alles nützt nichts, wenn der Herbst lange Zeit mild und vielleicht sogar noch regnerisch ist. Dann zieht sich der Wandel von Grün zu Gold über Wochen hin und wenn man Pech hat, ist es dann trotzdem mit der späten Pracht schneller vorbei, als man überhaupt Gelegenheit zum Fotografieren hat.

Licht und Zeit nutzen, wann auch immer es geht.

Das zweite Problem an Naturfotografie ist: Richtig golden funkeln Blätter nur, wenn sie von tief stehenden Sonnenstrahlen beschienen werden. Also frühmorgens nach Sonnenaufgang oder gegen Abend nach 17 Uhr (Sommerzeit). Ohne Sonne, kein Funkeln. Während dieser Zeit sollte der Fotograf jedoch bereits vor Ort bei seinem Motiv sein, das Stativ aufgestellt haben und “nur noch” noch auf den richtigen Zeitpunkt warten. Leider lässt sich das kurzfristige Hervorblitzen von Sonnenstrahlen nicht hervor bestimmen.

Fotografieren Sie ins Licht

Keine Angst vor Gegenlicht, denn es ist eine echte Wunderwaffe gegen langweilige Bilder. Es verwandelt jeden Lichtstrahl, der durch das Blätterkleid eines Baumes scheint, in einzelne, funkelnde Strahlen. Der Haken daran ist es, die richtige Belichtungszeit zu messen. Behelfen Sie sich mit einer kleinen Belichtungsreihe und/oder setzen Sie den Fokus beim Messen der Lichtverhältnisse eher auf mittlere bis dunklere Bildbereiche. Anschließend holen Sie bei der Belichtung am Monitor noch alle Details aus der Raw-Datei hervor.

Mildes Gegenlicht im Kirschgarten

Seitliches Licht modelliert Bäume am Waldrand voll, rund und schön.

Ein weiterer Trick mit dem richtigen Licht erleben Sie, wenn Sie den Waldrand eines bunten Mischwaldes fotografieren möchten. Steht die Sonne hoch oder steht sie in Ihrem Rücken, wirkt der schöne bunte Wald optisch flach. Ganz anders wenn das Licht von der Seite auf Wipfel und Zweige fällt. Mit dem Schattenwurf entstehen plötzlich Höhen und Tiefen. Die Bäume der vorderen Front treten haptisch hervor und setzen sie gegen das dunkle, eintönige Grün des Hintergrunds ab.

Goldener Herbst am Waldrand

Goldener Herbst am Waldrand

Ein bisschen Glück gehört bei Naturaufnahmen immer dazu.

Fotografie im Studio ist planbar. Naturfotografie leider nicht. Ist das Glück auf Ihrer Seite, kommen Sie gerade zur rechten Zeit zum rechten Ort und machen das Bild des Monats oder gar des Jahres. Vorher weiß man das nie so genau. Umso schöner, wenn Sie dann am Monitor die Ausbeute des Shootings betrachten und dabei zwei, drei sehenswerte Motive finden. Solche, die den Titel “goldener Herbst” auch tatsächlich verdienen und sich damit vielleicht gut verkaufen lassen. Denn das ist, bei aller Liebe zur Fotokunst, doch ein wichtiger Aspekt der Profifotografie. Schöne Bilder alleine reichen heutzutage schon lange nicht mehr aus. Sie müssen sich auch verkaufen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

Goldene Herbstmotive für die Wand.

Eine kleiner Auswahl meiner besten Herbst-Motive finden Sie in der Galerie und im Fototapeten-Designer. Wer also Heim oder Geschäft schnell in Herbststimmung versetzen möchte, ist dort bestens aufgehoben und findet dort goldene Wälder und Kirschgärten im Wunschformat.