Der Sommer war extrem heiß und trocken. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Gärtnerin auf ihren sonntäglichen Blumenstrauß verzichten muss. Ein Bisserl was geht schließlich immer, gerade jetzt, wo späte Astern blühen. Noch ein paar Löwenmäulchen dazu, Mutterkraut und das Grün von Landnelken, fertig ist mein hübscher, kleiner Sonntagsblumenstrauß.

Astern sind so schön, wie nützlich für den Garten.

Apropos späte Astern: Sie haben sich in diesem heißen, trockenen Sommer ganz besonders bewährt. Stellenweise haben sie zwar auch trockene Triebe bekommen, aber die meisten Astern blühen derzeit wunderschön. Besonders üppig blüht übrigens die hohe, weiße Myrthenaster, weswegen ich sie Ihnen sehr gerne empfehle. Mindestens ebenso überreich blüht Teppichaster Snow Flurry. Letztere eignet sich zwar nicht für den Vasenschnitt, kaschiert jedoch Gartenwege entlang von Stufen, trockene Beetränder und so manch andere schwierige Stelle im Garten. Zudem passen unter den meterlangen Trieben jede Menge Blumenzwiebeln. Im zeitigen Frühling schneiden Sie die Aster komplett zurück und zum Vorschein kommt der blühende Frühling – einfach wunderbar.

Späte Aster: Myrthen-Aster

Myrthenaster bzw. Glattblatt-Aster mit winzigen Blüten

 

Astern teilen, so einfach wie schnell und zuverlässig

Das Gute an Astern ist: Sie lassen sich kinderleicht und schnell durch Teilen vermehren. Jedes, noch so kleine Wurzelstück einer Aster gibt eine komplett neue kräftige Pflanze. Dazu müssen Sie auch nichts weiter tun, als die Aster nach der Blüte im Herbst, oder im zeitigen Frühling, aus der Erde zu holen und die Wurzeln in einzelne Segmente zu ziehen. Das klappt am besten mit einer Grabegabel. Setzen Sie die Wurzelstücke an eine neue Stelle, gießen Sie kräftig an und gut ist. Selbstverständlich brechen Sie im Herbst zuvor die oberirdischen, verblühten Asterntriebe vor dem Teilen und Pflanzen einfach ab. Die Pflanze braucht sie nicht mehr.

Natürlicher Winterschutz mit späten Astern

Trockene, verblühte Astern fallen in meinem Garten in rauen Mengen an. Viele davon lasse ich noch einige Wochen stehen, um Vögeln noch eine Weile lang Nahrung und Insekten Schutz zu bieten. Sie können das trockene Gestrüpp jedoch auch als Winterschutzpolster für empfindliche Pflanzen, Rosen und Kübelpflanzen verwenden. Rund um den Wurzelhals von Rosen geschichtet und abgedeckt mit alter Kübelpflanzenerde erfüllt das Asternkraut noch gute Dienste. Bepflanzte Kübel stelle ich dagegen gerne in einen Maurerkübel, der unten und an den Seiten dicht mit Asternschnitt gefüllt ist. Dieses warme Polster schützt, ohne dass dabei Plastik anfällt und im Frühling wandert das natürliche Winterschutzpolster direkt auf den Kompost. Besser kann man Astern wirklich nicht verwerten.

Späte Aster in Lavendelblau

Hohe, späte Aster in Lavendelblau

Astern vermehren sich auch von ganz alleine.

Erstaunlich auch diese wundersame Eigenschaft: Astern vermehren sich nicht nur sehr erfolgreich durch Wurzelausläufer, sondern auch durch Aussaat. Sehr gut sogar. Vorausgesetzt natürlich, es dürfen im Herbst ein paar verblühte Astern im Garten bleiben. Gerade mittelhohe und hohe späte Astern haben es auf diese Weise an die hintersten Stellen meines Gartens geschafft. Dort, wo die Gärtnerin nicht immer so genau hinschaut, tauchen plötzlich hohe, späte Astern auf und verlangen einen Stab, sonst legen sie sich hin. Na gut. Wer so hübsch blüht und das noch von Oktober bis November, hat sich einen Platz in meinem Garten ohnehin redlich verdient. Ich lasse sie gewähren oder/und verpflanze sie ggf. an eine bessere Stelle. Ihre Wurzelreste werden ohnehin wieder zur kompletten Pflanzen und das Spiel der vermehrungsfreudigen Astern beginnt von Neuem.

Bienen lieben und brauchen späte Astern.

Zum Schluss noch ein Grund, vermehrt Astern in den Garten zu pflanzen: Bienen brauchen sie! Gerade im Herbst, wo Gärten, Äcker und Wiesen kaum noch Nahrung für Insekten liefern, sind Astern und andere spät blühende Blumen wie ungefüllte Dahlien, Fetthenne, Staudensonnenblumen oder auch späte Rudbeckien enorm wichtig. Sie liefern noch einmal Nektar und helfen dabei, dass Bienen möglichst gut genährt in den Winter gehen.  Nach diesem extrem heißen Sommer ist das wichtiger denn je.

Honigbiene auf Aster

Honigbiene auf Aster