Staudenlein wird bei uns seit  Jahrtausenden kultiviert, um wertvolles Leinöl und Leinsamen zu gewinnen. Aus den erstaunlich stabilen Pflanzenfasern entsteht Leinen, auch Flachs genannt. Das Allgäu wurde wegen des traditionellen Leinanbaus im 18. und 19. Jahrhundert auch Blaues Allgäu genannt. In meinem Garten wächst blauer Staudenlein seiner Schönheit wegen und weil er so gut mit trockenen, sonnigen Standorten zurecht kommt. Eine Grundvoraussetzung für jede Pflanze an meinem Sonnenhang.

Blauer Staudenlein im Blumengarten

Blauer Staudenlein im Blumengarten

Blauer Staudenlein, ein Blütenmeer (fast) zum Nulltarif

Na gut, das mit dem Nulltarif ist  ein bisschen geschummelt. Um in den Genuss dieser wunderschönen blauen Blüten zu kommen, müssen Sie ein einziges Mal etwa zwei Euro in eine Samentüte Staudenlein investieren. Ist das geschafft, geht’s auch schon los mit dem Spaß. Füllen Sie ein paar kleine 9er-Blumentöpfchen mit etwas Blumenerde, gießen Sie die Erde gründlich an, säen Sie anschließend die Samen einzeln in die Töpfe und gießen Sie noch einmal und dann warten Sie mal ab.

Lassen Sie die Erde mit dem Saatgut nicht austrocknen, eine Abdeckung aus Glas oder Folie hilft dabei. Stellen Sie am besten die Töpfe irgendwo in den Schatten, bis das erste Grün der Sämlinge zu sehen ist.  Danach geht’s auch schon Schlag auf Schlag. Die jungen Pflanzen müssen sehr bald an Ort und Stelle gepflanzt werden, denn sie haben Pfahlwurzeln und diese dürfen nicht abbrechen. Sobald also die jungen Leinpflanzen etwa 5 cm hoch sind, kommen sie in die Beete.

Blauer Staudenlein sucht sich seinen Platz im Garten gerne selber aus.

Blauer Staudenlein wächst am liebsten und am besten dort, wo sein Samen aufgeht. Deswegen gelingt Blauer (oder auch weißer) Staudenlein noch besser, wenn der Samen direkt im Beet keimt. Das geschieht oft von ganz alleine, sobald Sie erst einmal blühenden blauen Staudenlein im Garten haben. Wenn Lein verblüht, bilden sich an den langen Stängeln kugelrunde Samenstände, aus denen der Samen mit der Zeit heraus fällt. Sie können diese Leinsamen(!) sammeln und an andere Gartenfreunde verschenken, oder Sie legen das welkende Kraut einfach an Stellen im Garten, an denen Sie gerne noch mehr Blauen Staudenlein hätten.

Für Nachwuchs sorgt Staudenlein wirklich reichlich. Wild im Garten aufgelaufene Leinsämlinge setze ich manchmal in höhere Blumentöpfe, wie die von Clematis oder Containerrosen und stelle sie in den Topfgarten. Staudenlein wurzelt nämlich enorm tief und das ist auch der Grund dafür, dass er mit trockenen Böden so gut zurecht kommt. Weiter unten finden die langen Pfahlwurzeln nämlich noch immer Wasser, während an der Erdoberfläche alles staubtrocken ist.


So einfach wächst Staudenlein auch in Ihrem Garten

Im Fachhandel gibt übrigens Saatgut verschiedener Sorten Staudenlein: Höhere und niedrigere, weiß und blau Blühende. Suchen Sie sich den schönsten Staudenlein für ihren Garten aus. Er eignet sich hervorragend als Rosenkavalier, belebt aber auch ein sonniges Beet mit Sommerblumen. Er wächst sogar in Betonpflanzsteinen, Pflasterfugen und in wirklich trockenen, aber sonnigen Randlagen. Und dort wo der Gartenschlauch normalerweise nie hinkommt.

Tipp: Wo Lavendel gut wächst, dort gedeiht auch Staudenlein. Schneiden Sie Staudenlein nach der ersten Blüte im Juni bodentief ab. Die Staude treibt schnell wieder aus und blüht in 6-8 Wochen ein zweites Mal. Genau wie früh geschnittener Lavendel.

 

 

Blumenbild Blauer Lein am Wegesrand

Blauer Staudenlein am Wegesrand

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