Das Erste woran mein Ex dachte, als er den Garten sah, war seine Gartenliege. Mitten in die Wiese stellte er sie, holte sich ein Bier und die Zeitung dazu und lies den Herrgott einen guten Mann sein. Dass um ihn herum (damals erst) zwei kleine Kinder um Aufmerksamkeit buhlten und seine Frau  den Rasenmäher schob, ignorierte er völlig. Er genoss sichtlich seine Privatsphäre auf seiner Gartenliege und war die Ruhe selbst.

Sind Sie schon reif für die Gartenliege?

Gut 25 Jahre später muss ich noch immer über dieses köstliche Bild schmunzeln. Einerseits weil ich so blöd gewesen bin, ihn nicht an den Rasenmäher zitiert zu haben – von wegen Arbeitsteilung oder so. Andererseits weil ich damals keine einzige Sekunde auf den Gedanken gekommen war, mich ebenfalls auf eine Gartenliege zu drapieren und einfach mal nichts zu tun.

Garten war und ist für mich zwar immer auch entspannend, aber mit rumliegen hat das nichts zu tun, eher mit Blumen hegen und pflegen. Doch wenn ich ehrlich bin, bewundere ich inzwischen sogar Leute, die diese Ruhe weg haben. Ich selbst krieg das bis heute noch nicht hin. Gut, wenn ich nach getaner Gartenarbeit auf der Terrasse auf meinem Gartenstuhl aus Teakholz sitze und zufrieden mein Feierabendwerk betrachte, dann genieße ich die Ruhe und den Augenblick doch sehr. Die Betonung liegt dabei auf den Augenblick und der dauert so lange wie eine schöne Tasse Tee getrunken ist.

Wahrscheinlich habe ich es genau deswegen auch noch nicht so zu einer modernen Gartenliege gebracht. Vielleicht lasse ich mir eine dieser Liegen zum nächsten Geburtstag schenken und übe darauf für die Rente: Wie ich im Garten am bequemsten entspannen und dabei vielleicht nebenbei ein bisschen bloggen kann?

Und wie entspannen Sie am liebsten im Garten? Liegend, sitzend oder doch mit Hacke und Schere in der Hand?