Geht es um Blumenzwiebeln, greifen viele Leute beim Discounter zu. Billig, einfach und ganz nebenbei beim Wocheneinkauf erledigt. Ich will Tulpen vom Discounter nicht schlecht reden, aber seitdem ich Blumenzwiebeln beim Erzeuger bestelle, kenne ich die Unterschiede zwischen Discounterware und Blumenzwiebeln vom Züchter. Aus Holland kommen vermutlich alle Blumenzwiebeln, die Preise unterscheiden sich auch nur marginal, aber der Blumenzwiebelzüchter liefert eine völlig andere Qualität: Richtig dicke, gesunde, stramme Blumenzwiebeln ohne Fehl und Tadel und garantiert auch ohne Schimmel. Letzterer entsteht durch falsche Lagerung, oder bereits zuvor durch nasse Böden, sowie durch geerntete Zwiebeln, die nicht genügend Zeit zum Trocknen hatten.

Seriöse Blumenzwiebelzüchter, die Ihre Ware selbst vermarkten, können sich schlechte Qualität nicht leisten. Im Gegenteil: Sie punkten durch ihr Spezialwissen und auch durch besondere Blumenzwiebeln, die nicht jeder hat. Allerdings sind deren Mengen meist klein und entsprechend schnell ausverkauft. Daher lohnt es sich, frühzeitig auszuwählen und zu bestellen.

Warum Blumenzwiebeln direkt beim Züchter bestellen?

Letztendlich profitieren Liebhaber von Tulpen, Narzissen, Zierlauch und anderen Zwiebelgewächsen von der Leidenschaft der Blumenzwiebelzüchter. Sie bringen immer wieder neue Sorten auf den Markt und bewahren zugleich alte, aber lohnenswerte Sorten. Ginge es nach Aldi, Lidl, Toom und Obi, müssten wir uns mit maximal 10 Allerwelts-Tulpen und Narzissen begnügen. Dazu Kronen-Anemonen und Ranunkeln, die hierzulande ohnehin nicht winterhart sind –also nie blühen werden, so sehr die Gärtnerin sich auch bemüht.

Warum lohnen sich Wildtulpen ganz besonders?

Ganz anders Wildtulpen. Sie blühen jedes Jahr aufs Neue und vermehren sich dabei. Für den Blumenzwiebelzüchter spülen sie allerdings nur einmal Geld in die Kasse, denn fühlen sich Wildtulpen am Standort wohl, verwildern sie gerne und werden von ganz alleine immer mehr.

Weinbergstulpe Sylvestris, in freier Natur geschützt

Die gelbe Wild- oder Weinbergstulpe Sylvestris ist in freier Natur geschützt. Darf weder gepflückt, noch ausgegraben werden. Dennoch kann man diese hübsche Rarität kaufen – aber nur bei seriösen Blumenzwiebelhändlern- und Züchtern. Fünf Jahre Zeit muss ein Blumenzwiebelzüchter investieren, bis aus der Aussaat erste verkaufs- und blühfähige Blumenzwiebeln gewachsen. Sein Lohn dafür ist ungewiss und trotzdem macht er das. Warum? Weil die Welt ärmer wäre ohne diese einzigartige Wildtulpe. Ich liebe sie sehr und Sie sicher auch.

Erfahren Sie im Schwesterblog „Wo Blumenbilder wachsen“ was das Besondere der Weinbergstulpe Sylvestris ist. Wie sie gepflegt wird, ob und wie sie verwildert und woran Sie Sylvestris-Jungpflanzen zuverlässig erkennen und schützen.

Gelbe Wildtulpe Sylvestris. Rarität im Frühlingsgarten | Video