Blauer Lein mit seinen zauberhaften, auffallend himmelblauen Blüten steht für einen leicht beschwingten Sommer, Leinsaat, Leinkörner, Leinöl und für Leinen. Der Anbau der uralten Kulturpflanze hat bei uns eine lange Tradition. Lein hat nichts von seiner Attraktivität verloren, auch wenn er aus Gründen der Wirschaftlichkeit bei uns leider nur noch sehr selten großflächig angebaut wird. In Gärten blühen weißer und blauer Staudenlein dagegen immer öfter – aus guten Gründen.

Lein war und ist eine wichtige Kulturpflanze.

Früher, als hierzulande Baumwolle noch nicht bekannt war, wurde Sommerwäsche, Tisch- und Bettwäsche vornehmlich aus Leinen gewebt. Ein nachwachsender, heute würden wir sagen nachhaltiger Stoff, der hierzulande gewebt und verarbeitet wird bzw. wurde. Die Pflanze, die dem Leinen seinen Namen gab und auch den Rohstoff für das Leinen liefert, kennen dagegen nur noch wenige Blumenfreunde und Hobbygärtner: Blauer Lein. In freier Natur, auf Blumenwiesen oder auf Äckern findet man Staudenlein dagegen nur noch sehr selten. Das ist schade, denn die Blüten strahlen in einem wunderschönen Himmelblau.

Blauer Lein wächst im Garten ganz einfach

Einige Samenkörner im Frühling an Ort und Stelle sähen und wenig später wächst bereits Blauer Lein (Linum perenne). Er ist völlig unkompliziert. Braucht kaum Pflege nur einen kräftigen Rückschnitt nach der ersten Blüte. Dann erscheinen kurze Zeit drauf neue Triebe und später auch Blüten. Lein ist damit ein perfekter Rosenkavalier, blüht sowohl zur ersten, als auch zur zweiten Rosenblüte.

Lein ist hart im Nehmen. Sogar im harten Allgäu wurde er lange Zeit angebaut, was der Region den Beinamen Blaues Allgäu verlieh. Leinen prägte für Generationen das Allgäu, schuf Arbeitsplätze in Färbereien, Spinnereien, Webereien und Schneidereien. Das ist alles längst nur noch Geschichte.

Leinsaat zu ernten und anschließend Leinfasern von Hand zu gewinnen war mit den damaligen Mitteln ziemlich mühselig. Dazu wLandschaftsbilderden die langen Fasern des Leins zunächst auf einem Dreschschemel mechanisch aufgespalten und anschließend versponnen. Leinfasern sind so zäh, dass selbst moderne, leistungsstarke Häcksler sie nicht verhackstücken können. Statt dessen winden sie sich um die rotierende Nabe der Schneidemesser. Das nur nebenbei erwähnt. Im Gartenblog nebenan erzähle ich noch mehr über weißen und blauen Lein und wie Sie ihn im Garten am besten pflegen.


Blauer Lein geht früh schlafen und ist schwierig zu fotografieren.

Noch eine Besonderheit: Blauer Lein mag nicht in die Blumenvase und blüht draußen im Garten auch nur, so lange es richtig hell und sonnig ist. Nachmittags um drei, halb vier gehen die Blüten schlafen. Ich erwähne das nur, weil sich der zappelige Lein auch nicht im windstillen Studio fotografieren lässt. Kaum im Haus, schließen sich die Blüten und aus ist’s mit der schönen blauen Pracht. Mit etwas Glück gelingen an einem windstillen Tag Makros im Garten. Aber nur mit Stativ.

Leinblüten schön zu fotografieren erfordert sehr viel Geduld und dabei fällt auch jede Menge Ausschuss an. Aber wenn so ein Blumenmakro mit Lein gelingt, ist die Überraschung groß. Die weißen watteweichen Staubgefäße stehen auf winzigen blauen Stielen und drum herum winden sich gelbe Püschel. Hübsch und bizarr zugleich.

Blauer Lein am Eingang zum Gartenparadies

Weitere Blumenbilder mit Lein