Ein Hase sitzt auf der großen Wiese

Das Leben der Tiere auf der Wildblumenwiese ist wunderbar frei und doch gefährlich. Wer nicht gefressen werden will, bleibt in Deckung und duckt sich bei Gefahr schnell weg. Doch selbst der flinke Hase entkommt nicht seinem Tod. Er liegt er eines morgens mitten auf dem Gartenweg und gibt zum Schluss nur noch Rätsel auf: Was ist letzte Nacht mit Meister Lampe geschehen?

Trügerische Idylle auf der großen Blumenwiese

Ich bin ja eine bekennende Landpomeranze. Bei mir hinterm Haus sagen sich auf der großen Blumenwiese Hase und Fuchs gute Nacht. Ab und zu besuchen Schafe meine Terrasse oder trampeln durchs Blumenbeet, Mama Reh legt gerne ihr Kitz auf der Wiese unterm Badezimmerfenster ab und äst derweil junges Grün. Eine ganze Staffel Falken und Bussarde hält die Mäusepopulation in Schach. Abends kläfft Familie Fuchs quer übers Feld und in der Dämmerung sieht man auch mal eine Eule geräuschlos übers Gelände gleiten. Alles gut.

Vorgestern jedoch legte sich ein Hase zum Sterben auf meinen Gartenweg. Zuvor fochte er wohl einen fürchterlichen Todeskampf: Tulpen lagen umgeknickt im Blumenbeet, Terrasse und Weg waren mit Losung übersät, eine leere Wassertonne war umgefallen und auch die Hauswand Wand ist leicht lädiert (Schmutz). Der tote Hase selbst lag einfach nur da. War weder angefressen noch sonst äußerlich verletzt. Doch wer hat schon gerne einen toten Hasen auf dem Gartenweg. Ich jedenfalls nicht. Deshalb haben wir ihn mittels Spaten auf die große Löwenzahnwiese getragen. Wer auch immer sich den Hasenbraten gönnen möchte, kann sich hier bedienen. Diese Sauerei will ich nicht in meinem Garten haben.

Drei Telefonate und anderthalb Tage später kam dann der Jagdpächter des Reviers vorbei. Einer, der so so aussieht, wie man sich einen fränkischen Jäger eben vorstellt: Mit grünem Filzhut, Bierbau, Trägerhosen und kariertem Hemd. Er erzählt viel, versichert, in seinem Revier gäbe es keine Tollwut mehr, darum solle ich mir keine Sorgen machen. Er nimmt den Hasen mit und wird ihn genauer untersuchen. Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob er mir irgendwann einmal erzählt, waran der Rammler so elendig verendet ist.

Aber weil die Geschichte so traurig ist, gibt’s zum Schluss noch ein Bild aus besseren Hasentagen.