Jetzt beginnt wieder die blaue Zeit des Gartens. Gemeint ist weder die frühe Morgenstunde noch das späte Abendlicht, das Fotografen schon immer so begeistert. Es ist die Zeit, in der gefühlte hunderttausend Traubenhyazinthen den Garten in ein blaues Meer verwandeln. Das Blau liefert einen tollen Hintergrund für viele andere Frühlingsblumen wie Tulpen und Narzissen. Dennoch lohnt es sich, den kleinen Wildfang aus der Nähe zu betrachten. Die hübschen Glöckchen sitzen wie Trauben entlang des Stieles und blühen dann der Reihe nach von unten nach oben auf. Muscari gibt es nicht nur in Königsblau, sondern auch in Weiß, Rosa, Himmelblau und Dunkelblau. Die neueren Züchtungen verhalten sich recht manierlich und verbreiten sich nicht so rasend schnell wie Muscari armeniacum.

Traubenhyazinthen verwildern gerne ungebremst

Eigentlich ist es kaum zu verstehen, dass die hierzulande heimisch gewordenen “wilden” Traubenhyazinthen in freier Natur gefährdet sind und auf der Roten Liste stehen. Die kleinen Zwiebelgewächse vermehren sich nämlich über Brutzwiebeln und über Samen, sofern man sie lässt. Binnen weniger Jahre werden aus einer handvoll Zwiebeln wirklich hunderte, die am besten nach der Blüte geteilt und im Herbst in frischer Erde gesetzt werden wollen. Wachsen Tuffs zu dicht, blühen sie spärlicher als einzelne Traubenhyazinthen.

Tipp: Mit Traubenhyazinthen können Sie frisch gepflanzte Kaiserkronen oder Steppenkerzen (Eremus) im Garten “markieren”. Das heißt: Sie legen einfach ein paar Muscari-Zwiebeln über die dicke Zwiebel der Kaiserkrone (oder auch Steppenkerze). Wenn dann im August die Traubenhyazinthen austreiben wissen Sie genau, wo auch die Zwiebeln der Kaiserkronen liegen und verletzten sie nicht versehentlich bei herbstlichen Grabearbeiten im Garten.

Traubenhyazinthen wachsen – zumindest in meinem Garten – so reichlich, dass ich sie auch ohne schlechtes Gewissen für die Vase schneiden kann. Dort halten sie dann gut eine Woche, vorausgesetzt ich schneide die Blüten noch knospig.