Das nenne ich mal eine abgefahrene Idee. Die FlowerBox bringt Topfpflanzen an die Wand. Wie ein Bild, nur eben in “echter 3D-Optik”. Da drängt sich zuallererst die Frage auf: Wie gießt man das? Und ist das nicht am Ende eine Riesensauerei? Ich sehe schon die Tropfspuren an der Wand und das Geklecker am Boden. Warum? Weil selbst das Gießen meiner einzigen Hängepflanze in der Küche noch nie ohne Geklecker gelungen ist. Vielleicht bin ich auch einfach nur ungeschickt. Fest steht für mich: Selbst wenn alle Fensterbänke und fensternahe Regalplätze voll mit Pflanzen sind, an meine Wände kommt mir keine einzige Topfblume.

Nicht das die Idee an sich nicht charmant wäre und auch die Optik inspiriert. Die Pflanzsäule könnte ich mir sogar noch vorstellen, solange sie bequem zu gießen wäre. Aber die Macher erklären: Zum Gießen nimmt man die Flowerbox von der Wand und legt sie waagerecht. Na fein. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie schnell mir da die Lust an diesem floralen Kunstwerk verginge. Abgesehen davon ist so ein Gesamtkunstwerk mit Pflanzen, Drumherum und dem gewässertem Moos ja auch richtig schwer. Heißt also, der Haken, an dem das Ganze hängt muss stabil und am besten im Blindflug in Sekunden zu finden sein. Sonst wird das zweiwöchentliche Hin- und Weghängen zum Kraftakt – oder schlicht zum Desaster.

Auch die Auswahl der Pflanzen zeigt Mut: Drachenbaum, Flammendes Käthchen, Aloe, Dickblatt, Sanseveria, Asparagus und auch eine Tradescantia sind dabei. Als niedliche Jungpflanzen, versteht sich, für 5 Euro das Stück. Wer jemals eine dieser Zimmerpflanzen gepflegt hat weiß, wie rasant diese wachsen. Sanseverien sprengen dann mit Vorliebe zu klein gewordene Tontöpfe. Wie sollen sich die Guten denn an der Wand halten? Rein pysikalisch gesehen ist dies kaum möglich. Sobald sie dem Babyalter entwachsen sind (also nach spätestens drei Monaten), werden sie unweigerlich vorn über kippen. Das bedeutet dass man neue Babypflänzchen in die Flowerbox einsetzen und die zu groß gewordenen Pflanzen in klassische Übertöpfe auf die Fensterbank stellen muss.

Immerhin das muss man der Flowerbox zugute halten: Um Zimmerpflanzen bei jungen Leuten wieder ins Gespräch zu bringen, ist das Projekt “Lebende Pflanzenbilder” rundum gelungen. Die Website ist hübsch gemacht, wirkt modern, aufgeräumt und funktioniert tadellos. Mehr sollte ich wirklich nicht von Flowerbox erwarten.

Als Deko für die Wand empfehle ich dagegen weiterhin Blumenbilder von Nature To Print. Einmal gerahmt und an die Wand montiert bleiben sie für Jahre frisch und wunderschön.