Zuerst ein heftiger Schlag im Gebälk dann folgt ein helles Klirren. Ich zucke zusammen und drehe mich erschrocken um. Doch da ist alles schon vorbei: Zwei Bilder liegen zerbrochen auf dem gefliesten Boden. Zwischen tausend Scherben liegen zwei Alurahmen übereinander, meine schönen Blumen-Kunstdrucke dazwischen. Sie haben sichtbar gelitten durch die scharfen Kanten des splitternden Glases. Ich hole den Besen und frage mich: Wie konnte das nur geschehen?

In der heiligen Nacht sollen angeblich Tiere reden und alte Zauber wirken. Aber dass zwischen den Jahren Bilder von der Wand fallen, davon habe ich bisher noch nie gehört. Der Rahmenhändler meines Vertrauens rät dazu, Bilder, sofern sie nicht wirklich klein und leicht sind, nur mit Schrauben oder speziellen Galerieschienen an die Wand zu bringen. Nägel und Stahlstifte taugen einfach nicht für die Ewigkeit. Wie recht er damit hat, weiß ich jetzt.

Na gut. Wie gut, dass nur Glas und kein Spiegel zerbrochen ist, sonst hätte das neue Jahr wirklich böse angefangen. So aber freue ich mich schon auf meine zwei neuen Blumenbilder. Dieses Mal werden es zwei Tulpenbilder sein. Passend zum kommenden Frühling und mindestens genauso energiegeladen wie das vierteilige Mohn-Bilderset, das es in dieser Form bei mir im Büro nun nicht mehr gibt.

Kunstdruck lila Flieder im Echtholzrahmen und mit Passepartout