Juni ist ein Rosenmonat. Im Rosarium entfaltet jeden Tag eine weitere Rose ihre traumhaft schönen Blüten und in in den Gärten entdecken Rosenkenner immer wieder neue Schätze. Grund genug, wieder mit Kamera und Stativ auf Rosentour zu gehen. Die ersten neuen Rosenbilder des Jahres sind entwickelt und liegen nun in der Blumenbildergalerie für Sie dabei.

Den Anfang machen französische Malerrosen des Rosenzüchters Delbard. Das Typische der Malerrosen ist das wilde Streifenmuster auf pinken und aprikotfarbenen Rosenblättern. Ein wildes Durcheinander, das sich im Laufe des Rosensommers immer wieder ändert. Selbst Temperatur und Sonneneinstrahlung wirken sich auf das Erscheinungsbild dieser lebhaften Rosenblüten auf. Zu meinen Lieblings-Malerrosen gehören Maurice Utrille und Guy Savoy. Beide werden geprägt durch einen dunkelpinken Grundton und mehr oder weniger intensiven hellrosa Flecken und Streifen. Rosenblüten, die ein wenig versteckt und im Schattenbereich des Rosenstocks aufgehen, wirken besonders schön - fast schon geheimnisvoll. Die Rosenbilderserie "Das Versprechen" und "Das eingelöste Versprechen" zeigen die Entwicklung von der aufgehenden zur voll erblühten Rose innerhalb eines Tages.

Als nächstes blühen die englischen Rosen. Vorneweg eine riesige Charles-Austin-Rose in Aprikot. Zwei Meter hoch, über und über übersät mit stark duftenden Blüten. Die Knospen und jungen Blüten dieser Rose tragen die Farbe Aprikot. Doch wenn sie verblühen werden sie Hellrosa bis Beige. Ein schönes Farbenspiel. Charles Austin ist so üppig, dass ich ohne Probleme ein Dutzend Blüten auf einmal schneiden kann. Nicht um sie als Schnittblume in die Vase zu stellen, sondern um genügend Material für das Layout einer langen Flagge zu bekommen. Mehr dazu später.

Heller im Farbton und deutlich kleiner im Wuchs ist die Sangershausener Jubiläumsrose. Sie wurde 2003 zum 100-jährigen Bestehen des gleichnamingen Rosariums gekürt. In meinem Garten brauchte sie zwei, drei Jahre, um sich wohlzufühlen und richtig schön buschig zu werden. Doch nachdem diese anfängliche Kümmerphase überwunden war, ist jetzt die Freude groß. Cremeweiße Rosenknospen, die dann überraschenderweise doch in Aprikot aufblühen und dabei herrlich duften. Die Jubiläumsrose ist ein dankbares Model für Rosenbilder.

Ganz anders der unverwüstliche Rosenklassiker Rosarium Uetersen. Mit nur einem einzigen Rosenstock können Sie eine neun Quadratmeter große Laube dicht beranken und sich dabei an hunderten Blüten erfreuen. Ihre Ansprüche sind eher bescheiden: Etwas Kompost, etwas Rosendünger und viel Luft - und schon entwickelt sich binnen weniger Jahre ein pinkfarbener Rosentraum. Sagenhaft. Und jede einzelne Blüte vermag uns mit ihrer Farbe (sattes Pink, das nicht verblasst) zu verzaubern. Die Frage ist nur: Gefällt dem Betrachter die pinke Rosenblüte vor dem natürlich vorhandenem Hintergrund (dunkelgrüne Blätter) oder bevorzugt er die "manipulierte" Variante mit dem fast schwarzen Hintergrund und den vergrößerten dunklen Bildbereichen? Ich bin gespannt.

Zu meinen absoluten Lieblingsrosen im Garten gehört allerdings eine kleine rosa Rose mit kugelrunden stark gefüllten Blüten: Pomponella. Ein passender Name für eine Rose, die barock und alt aussieht und dennoch zu den neuen Rosenzüchtungen zählt. Vom Wuchs her ist sie eher zart, leicht überhängend und leider noch nicht ganz so üppig, wie ich sie mir wünschen würde. Aber ihr Anlitz ist einfach bezaubernd. Blüten, wie Bälle und das in einem wunderschönen Rosa. Dazu umhüllt ein süßer Rosenduft den ganzen Rosenstock. Pomponella sollte unbedingt dort stehen, wo sie oft gesehen wird und wo ihr Duft gut zum Tragen kommt. Wäre ja schade, würden Sie ihn verpassen.

Für alle Rosenfreunde, die das Pech haben ohne Garten und ohne eigene Rosen überleben zu müssen, empfehle ich den Besuch in meiner Blumenbildergalerie. Die neuesten Rosenbilder der Saison sind schon da und fast täglich werden es mehr.

Blumenbild Malerrose, das Versprechen.

Das Versprechen

Malerrose, voll erblüht

James Galway Sir-John-Betjeman

James Galway