Vasen in der Form eines Pokals gelten als die Klassiker schlechthin. Ob in Weiß oder mit einem mehr oder weniger üppigen Dekor in Kobaltblau oder Gold: Pokalvasen (auch Prunkvasen genannt) gehörten bis in die 1950er-Jahre in jeden "besseren" Haushalt. Danach gab es Pokale nur noch für erfolgreiche Sportler oder in nachgemachter, auf alt getrimmter Form, als Deko für den Garten.

Manchmal findet man eine echte Pokalvase aus einer bekannten Porzellanmanufaktur wie Hutschenreuther oder Seltmann Weiden auch noch im Antiquitätenhandel oder mit sehr viel Glück sogar auf dem Flohmarkt. Ansonsten jedoch haben sich die Vasen-Designer in den letzten Jahrzehnten anscheinend lieber auf moderne und schräge Formen eingeschworen. Was wirklich schade ist. Denn wer jemals eine Pokalvase mit Blumen gefüllt hat, der weiß, wie großartig Blumensträuße in dieser klassischen Vasenform wirken. Nie habe ich romantische englische Rosen schöner gesehen, als in der weißen Pokalvase meiner Großmutter.

Leider wurde diese wunderbare Vase schon vor vielen Jahren Opfer meiner lebhaften Kinder und so kommt es, dass ich immer wieder nach einem würdigen Ersatz für das verloren gegangene Erbstück suche. Dabei sind mir neulich diese modernen Interpretationen der Pokalvasen aus der niederländischen Glasmanufaktur DutZ aufgefallen. Sie kommen allesamt in Klarglas daher und sind, laut Hersteller, auch richtig schwer und stabil. Was wirklich wichtig ist. Denn nur wenn das Gewicht ordentlich austariert ist, kippt das Prachtstück auch dann nicht um, wenn es üppig gefüllt ist.

Die kleineren Versionen dieser Pokal- und Schalenserie Hurricane Mississippi machen sich auch prima als Bonbonglas oder eben, um Oliven am Buffet würdevoll zu präsentieren. Oder Obst. Doch am schönsten ist und bleibt für mich die Verwendung als Vase, wobei die Blumen, anders als hier gezeigt, durchaus üppig über den Rand hinweg nach unten hängen dürfen. Ganz so wie man es von den Stillleben holländischer Meister her kennt.