Bei der Frühjahrsbestellung hat Gärtner Poetschke es gut mit uns gemeint und eine Tüte mit Schmuck-Trichterwinden mit ins Paket gelegt. Fast wäre die kleine Beigabe in Vergessenheit geraten, hätte ich nicht das Blumenbeet erweitert und dort eine (zukünftige) Trauerrose nebst "Schirmgerüst" gepflanzt. Vor meinem geistigen Auge bedeckt die junge Trauerrose schon jetzt ihr Eisendrahtgerüst. Doch die Wahrheit ist: Es dauert wohl noch eine Weile, bis die Rose üppig rankt und die Schirmstütze darunter nicht mehr zu sehen ist. Bis es so weit ist, darf also die Trichterwinde ein Gastspiel in meinem Garten geben. Auch entlang einer kleinen Drahtpyramide, die ich vor Jahren mal für die Schwarzäugige Susanna angeschafft habe und damals leider nicht so richtig schön umrankt worden ist.
Heuer klappt es mit der besagten Trichterwinde um so besser. Die ersten anderthalb Meter der Pyramide und am Schirmgerüst sind geschafft und die ersten beiden Blüten waren auch schon zu sehen. Und auch das erste Foto ist geglückt. Ich hoffe sehr, es kommt noch mehr. Denn es ist gar nicht so einfach, die Blüte einer Trauerwinde schön ins Bild zu setzen. Ist es zu sonnig, wird alles überstrahlt. Öffne ich die Blende des Makroobjektivs komplett, so wie ich Blumen normalerweise am liebsten fotografiere, verschwimmt nicht nur der Hintergrund, sondern auch wichtige, sehenswerte Bereiche der Blüte. Schließe ich die Blende, wird die wunderschöne Blüte nicht freigestellt. Das liegt daran, dass die Blüten bislang sehr dicht am Grün wachsen. Der Abstand zwischen Blüte und Hintergrund ist somit so gut wie nicht vorhanden.
Erschwerend kommt hinzu: Die Trichterwinde blüht scheinbar nur wenige Stunden am Vormittag. Mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen öffnen sich die Blüten. Und schon mittags ist der ganze Zauber aus und vorbei. Da muss die Blumenfotografin sich wohl richtig beeilen.