Jetzt blühen die Orchideen. So nach und nach blühen alle meine Schätze auf und werden dabei von Jahr zu Jahr üppiger. Damit keine Langeweile aufkeimt, warten auch die Floristen derzeit mit neuen Orchideenzüchtungen auf. Insbesondere bei den beliebten Phalaenopsis Hybriden erscheinen jährlich neue Farbspiele. Die Züchter geben ihr bestes und ich tu es auch.
Direkt ins Auge gesprungen ist mir die neue Phalaenopsis-Züchtung Minho Lightning. Das "Gesicht" ist fast rund schon damit sticht sie aus der Form anderer Phalaenopsis-Hybriden stark heraus.
Nicht ganz so neu aber durch das Purpur-Violett der Blüte ungemein attraktiv und zugleich top modisch ist dieses Prachtexemplar einer Phalaenopsis-Orchidee.
Immer werde ich gefragt, wie ich es schaffe, meine Orchideen so übers Jahr zu bringen, dass irgendwann auch neue Blüten kommen. Okay, Orchideen-Experten lesen jetzt bitte nicht weiter. Deren Zaubermittel und Anweisungen waren für mich stets zu kompliziert. Meine Zimmerpflanzen stehen seht Jahren in oder auf Seramis. Das heißt: Ich entferne den Plastiktopf der Orchidee, stelle die Pflanze in einen Übertopf und fülle mit Seramis auf. Wenn es jedoch ein schmaler Orchideen-Übertopf ist, dann fülle ich nur unten hinein eine Schicht Seramis und stelle den Blumentopf direkt darauf. Und damit die Orchidee sich mit Feuchtigkeit selbst bedienen kann, stopfe ich in eines der unteren Abzugslöcher des Plastiktopfes einen Schnürsenkel. Dieser dient quasi als Docht und als Brücke zwischen feuchtem Seramis und den Wurzeln der getopften Orchideen.
Eine Zeitlang habe ich das auch ohne Docht gemacht. Stellte dann allerdings fest, dass die Feuchtigkeitsanzeiger nicht richtig funktionierten. Unten im Topf schwamm das Seramis im Wasser, während der Feuchtigkeitsmesser nahe bei den Orchideenwurzeln Rot anzeigte. Ein fataler Fehler, der mit dem Dochtsystem so nicht mehr passieren kann. Als Docht könnte auch ein dicker Wollfaden fungieren oder eine Schnur. Beides zerfällt irgendwann und muss ausgetauscht werden. Die Profis empfehlen einen Docht aus Glasfaser - ich hatte leider keinen zur Hand und bis es so weit ist, müssen eben alte Schnürsenkel herhalten. Hauptsache, es funktioniert, und das tut es.
Gegossen wird mit stets mit zimmerwarmen Regenwasser aus der Wassertonne. Und gedüngt wird sehr wenig - wenn überhaupt. Ich muss gestehen, dass ich noch nicht einmal Orchideendünger nehme, sondern Flüssigdünger von Seramis. Doppelt so stark verdünnt, wie angegeben. Meine Orchideen scheinen diese Ernährung sehr gut zu vertragen. Sie danken es mit Blühfreude und krankheitsfreies Dasein.
Licht: Orchideen stehen bei mir entweder am Schreibtisch und damit etwa zwei Meter entfernt von einer großen Glasfront (Südseite) oder auf einer Süd-West-Fensterbank. Um nicht zu sagen: Dass Orchideen keine direkte Sonne mögen, kann ich nicht bestätigen. Meine Orchideen sind es scheinbar gewöhnt und beschweren sich nicht darüber.